Praxis für HNO, Phoniatrie & Pädaudiologie am Nordpark Mönchengladbach

Cochlea-Implantat (CI): Hightech-Hörversorgung für das Innenohr

Ein Cochlea-Implantat (CI) ist eine hochentwickelte, implantierbare Hörprothese für das Innenohr. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn das natürliche Gehör so stark geschädigt ist, dass selbst konventionelle, hochleistungsfähige „High-Power“-Hörgeräte kein ausreichendes Sprachverstehen mehr ermöglichen.

Die Bedeutung für Erwachsene und Kinder

  • Bei Erwachsenen: Ein hochgradiger Hörverlust führt zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des Alltags, des Berufslebens und der sozialen Teilhabe.

  • Bei Kindern (Schwerpunkt Pädaudiologie): Ein unzureichendes Hörvermögen in den ersten Lebensjahren bedeutet in der Regel, dass Kinder die Lautsprache nicht im normalen Umfang erlernen können. Eine frühzeitige, präzise Diagnostik ist hier sehr sehr wichtig!

Wie funktioniert ein Cochlea-Implantat?

1984 wurde von Prof. Dr. Dr. Ernst Lehnhardt in Hannover das erste CI erfolgreich eingesetzt. Das System umgeht das geschädigte Innenohr und stimuliert den Hörnerv:

  • Der Elektrodenträger: Ein hauchdünner, flexibler Draht wird operativ in die Hörschnecke (Cochlea) eingeführt. Um das beste Ergebnis zu erzielen, wird der Draht so tief wie möglich platziert. (Einschränkungen können in seltenen Fällen vorliegen, wenn das Innenohr beispielsweise nach einer abgelaufenen Hirnhautentzündung teilweise verknöchert ist).

  • Die Signalübertragung: Dieser Draht ersetzt quasi die Funktion der nicht mehr arbeitenden biologischen Sinneszellen (Haarzellen). Er wandelt Umgebungsgeräusche in winzige elektrische Impulse um und leitet diese an den Hörnerv weiter.

Hörtraining und erweiterte Einsatzgebiete

Das Hören mit einem Cochlea-Implantat ist ein Lernprozess. Da die Signale elektronisch an das Gehirn übermittelt werden, klingt das Hören – besonders in der Anfangsphase – ungewohnt und anders. Dank modernster Sprachprozessoren gelingt es Patienten durch ein strukturiertes Training in der Regel jedoch sehr gut, wieder zu einem guten Sprachverständnis zu gelangen.

Moderne Indikation bei einseitiger Ertaubung: War die Implantation früher ausschließlich beidseitig tauben Menschen vorbehalten, profitieren wir heute von jahrzehntelanger klinischer Erfahrung und stetiger technologischer Weiterentwicklung. Aufgrund der sehr guten Ergebnisse werden Cochlea-Implantate seit einigen Jahren zunehmend und mit Erfolg auch bei einseitiger schwerster Hörstörung oder Taubheit eingesetzt, um u.a. das Richtungshören und das Verstehen in lauter Umgebung wiederherzustellen.