Praxis für HNO, Phoniatrie & Pädaudiologie am Nordpark Mönchengladbach

Vergrößerte Rachenmandeln bei Kindern (Polypen / Adenoide)

Unter „Polypen“, „Wucherungen“, einer „Hyperplasie der Rachenmandel“ oder „Adenoiden“ versteht man medizinisch immer das Gleiche: eine deutliche Vergrößerung der Rachenmandel (Tonsilla pharyngea).

Diese liegt ganz tief hinter der Nase, genau dort, wo der Atemweg abwärts in den Rachen übergeht. Vom Mund aus gesehen befindet sie sich oben hinter dem Zäpfchen. Normalerweise ist die Rachenmandel mit bloßem Auge nicht zu sehen – in unserer Praxis nutzen wir besondere Optiken um sie zu betrachten.

Jedes Kind hat diese Rachenmandel. Im Normalfall verursacht sie keinerlei Probleme, sondern unterstützt das Immunsystem dabei, Keime abzuwehren, die durch die Nase eingeatmet werden. Im Laufe des Grundschulalters schrumpft das Gewebe ganz natürlich, sodass es bei Erwachsenen nur noch in seltenen Ausnahmefällen zu finden ist.

Wann entstehen Probleme?

Kritisch wird es dann, wenn die Rachenmandel so groß wird, dass sie die Belüftungsröhre zum Mittelohr (die Eustachische Röhre) mechanisch abdrückt. Dadurch entsteht ein sogenannter Paukenerguss (Flüssigkeit hinter dem Trommelfell) und das Kind hört schlechter.

Dies kommt bei den meisten Kindern ab und zu vor und ist zunächst kein Grund zur Sorge. Allerdings sollte diese Hörminderung nicht allzu lange anhalten – ganz besonders nicht bei Kindern, die eine verzögerten Sprachentwicklung haben.

Die 4 Hauptgründe für eine operative Entfernung (Adenotomie)

Es gibt im Wesentlichen vier Indikationen, bei denen wir gemeinsam über eine operative Entfernung der Rachenmandel nachdenken sollten:

  • Bleibender Paukenerguss: Eine anhaltende Flüssigkeitsansammlung im Ohr, die trotz medikamentöser Therapie nicht abklingt.

  • Nächtliches Schnarchen: Atembeschwerden im Schlaf, die mitunter sogar zu Atemaussetzern führen.

  • Dauerhafte Mundatmung: Ein über Jahre ständig offener Mund. (Hintergrund: Die Zunge am Gaumen liefert den wichtigsten Wachstumsreiz für den Oberkiefer, in den später die bleibenden Zähne passen müssen).

  • Rezidivierende Infekte: Ständige, schwere Erkältungen. (Bitte beachten Sie: Bis zu 10 Erkältungen im Jahr sind bei Kindern im Kindergartenalter absolut normal!).

Beruhigende Nachricht für Eltern: In den allermeisten Fällen ist überhaupt keine Operation notwendig. Sollte dieser kleine Eingriff doch einmal erforderlich werden, ist es eine sehr sichere Routineoperation. Sie wird zwar in einer kurzen Vollnarkose, aber ambulant durchgeführt – Ihr Kind kann sich also noch am selben Tag in seiner gewohnten Umgebung zu Hause erholen.