Praxis für HNO, Phoniatrie & Pädaudiologie am Nordpark Mönchengladbach
Schimmelpilz-allergie: Ursachen, ganzjährige Symptome und praktische Alltagstipps
Schimmelpilze sind treue Begleiter an vielen Orten unseres täglichen Lebens. Zahlreiche Arten gehören zu unserem ganz normalen biologischen Umfeld und werden von einem gesunden Immunsystem völlig problemlos toleriert. Liegt jedoch eine Schimmelpilzallergie vor, reagiert der Körper überempfindlich auf die Sporen der Pilze.
Unterschätzte Auslöser im Freien
Einige Schimmelpilzarten geben ihre Sporen auch in den warmen Sommermonaten ab. Diese lagern sich im Gras oder in feuchtem Laub an und werden beispielsweise beim Rasenmähen oder bei der Gartenarbeit massiv aufgewirbelt. Wenn danach die Nase schwillt, juckt oder läuft, sollte neben einer klassischen Gräserpollenallergie immer auch an eine Schimmelpilzallergie gedacht werden.
Die 3 Säulen der Allergietherapie
Wie bei den meisten Allergieformen stützt sich die Behandlung auch hier auf drei wesentliche Säulen:
Allergenkarenz: Den Kontakt mit den auslösenden Schimmelpilzsporen so weit wie möglich zu reduzieren/ vermeiden.
Medikamentöse Therapie: Der gezielte Einsatz moderner antiallergischer Medikamente. Da jeder Krankheitsverlauf individuell gelagert ist, stimmen wir die passende Medikation in unserer Praxis am Nordpark exakt auf Ihre persönlichen Beschwerden ab.
Die Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie): Dem Körper wird das Allergen zugeführt (entweder als Tablette oder als kleine Spritze unter die Haut des Oberarms). Das Immunsystem lernt dadurch schrittweise, den Stoff wieder als harmlos zu akzeptieren. Die Hyposensibilisierung ist die einzige ursächliche Therapieform.
Praktische Checkliste: So reduzieren Sie die Sporenbelastung
Da Schimmelpilze für ihr Wachstum zwingend Feuchtigkeit und organische Nährstoffe benötigen, können Sie mit gezielten Maßnahmen im Haushalt die Belastung drastisch senken:
Raumklima trocken halten: Schimmelpilze lieben Feuchtigkeit. Halten Sie die relative Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohnräumen, ganz besonders aber im Schlafzimmer und in den Kellerräumen, konstant auf einem niedrigen Niveau zwischen 30- 40 %.
Biomüll zügig entsorgen: Organische Abfälle sind ein idealer Nährboden. Entleeren und reinigen Sie Ihren Biomüllbehälter daher am besten täglich.
Lebensmittel frisch genießen: Verzehren Sie Nahrungsmittel so frisch wie möglich. Lassen Sie Obst, Milchprodukte sowie angebrochene Säfte oder Erfrischungsgetränke nicht offen oder über längere Zeit in der Küche stehen.
Gartenarbeit anpassen: Meiden Sie im Freien die direkte Nähe von Komposthaufen, aufgeschichtetem Altholz oder feuchtem Herbstlaub. Überlassen Sie das Rasenmähen während der Hochsaison idealerweise einer Person ohne Allergie.
Zimmerpflanzen kontrollieren: Die feuchte Erde von Zimmerpflanzen bietet Schimmelpilzen einen optimalen Lebensraum. Bei starken Beschwerden sollten Sie in Erwägung ziehen, die Pflanzen aus den Wohn- und Schlafräumen zu entfernen.
Wohnräume inspizieren: Suchen Sie Ihre Wände regelmäßig nach verstecktem Schimmelbefall ab. Achten Sie dabei besonders auf kühlere Außenwände hinter großen Schränken, Kommoden oder Holzverkleidungen.
Klimaanlagen warten: Lassen Sie Klimaanlagen im Auto, im Haus und am Arbeitsplatz regelmäßig fachgerecht reinigen und warten, da sich in den Filtersystemen bei mangelnder Pflege Schimmelpilzkulturen ansiedeln können.
Wichtiger Hinweis zu Lebensmitteln: Manche Genuss- und Lebensmittel werden unter dem gezielten Einsatz von Schimmelpilzkulturen hergestellt. Hierzu zählen vor allem Wein, Bier, bestimmte Käsesorten. Achten Sie aufmerksam darauf, ob bei Ihnen nach dem Verzehr dieser Produkte Symptome wie ein allergischer Schnupfen oder Verdauungsbeschwerden auftreten, und verzichten Sie im Verdachtsfall konsequent darauf.

